Beste Zeit für Polarlichter
Polarlichter brauchen einen dunklen und klaren Himmel. In der Polarlichtzone sind die Nächte von September bis April dunkel genug; die meisten klaren, dunklen Stunden gibt es von November bis Februar.
Wann ist es dunkel genug?
Stunden pro Nacht, in denen die Sonne mindestens 12° unter dem Horizont steht, jeweils am 15. des Monats und nach Breitengrad. Ab etwa 60° Nord bleiben die Sommernächte für Polarlichter zu hell.
| Monat | 55° N | 60° N | 65° N | 70° N |
|---|---|---|---|---|
| JanuarJan | 13,5 | 14 | 14,5 | 15,5 |
| FebruarFeb | 11,5 | 12 | 12 | 12 |
| MärzMär | 9,5 | 9,5 | 9 | 8 |
| AprilApr | 7 | 6 | 4 | 0 |
| MaiMai | 4 | 0 | 0 | 0 |
| JuniJun | 0 | 0 | 0 | 0 |
| JuliJul | 2 | 0 | 0 | 0 |
| AugustAug | 5,5 | 4 | 0 | 0 |
| SeptemberSep | 8,5 | 8 | 7 | 5,5 |
| OktoberOkt | 11 | 10,5 | 10,5 | 10,5 |
| NovemberNov | 12,5 | 13 | 13,5 | 14 |
| DezemberDez | 13,5 | 14,5 | 15 | 16 |
Wo man Polarlichter sieht
Polarlichter bilden ein Oval um den geomagnetischen Pol. Der Kp-Index misst die geomagnetische Aktivität von 0 bis 9: Je höher er ist, desto weiter südlich sind die Lichter zu sehen.
Klare, dunkle Stunden pro Nacht nach Monat: die dunklen Stunden mal dem mittleren Anteil klaren Himmels. Der aktuelle Monat ist umrandet.
Polarlichtzone: in den meisten klaren Nächten27
Unter dem Polarlichtoval erscheinen die Lichter in den meisten dunklen, klaren Nächten, schon bei geringer Aktivität (Kp 0–2).
… und 15 weitere Orte.
Oft in aktiven Nächten46
Hier braucht es etwas geomagnetische Aktivität (Kp 3–4), die viele Winternächte bringen.
… und 34 weitere Orte.
Bei geomagnetischen Stürmen165
Hier braucht es einen geomagnetischen Sturm (Kp 5–6). Laut NOAA wird Kp 5 oder mehr an etwa 900 Tagen pro elfjährigem Sonnenzyklus erreicht, um das Sonnenmaximum häufiger.
… und 153 weitere Orte.
Nur bei starken Stürmen163
Hier braucht es einen starken Sturm (Kp 7): laut NOAA an etwa 130 Tagen pro elfjährigem Sonnenzyklus. Die Lichter stehen dann meist tief am Nordhorizont. Weiter südlich braucht es einen schweren Sturm (Kp 8–9), laut NOAA an etwa 60 Tagen pro Zyklus.
… und 151 weitere Orte.
Polarlichter: kurz beantwortet
Wann ist die beste Zeit für Polarlichter?
In der Polarlichtzone sind die Nächte von September bis April dunkel genug. Die meisten klaren, dunklen Stunden gibt es von November bis Februar. Geomagnetische Stürme sind außerdem um die Tagundnachtgleichen im März und September etwas häufiger.
Zu welcher Uhrzeit sieht man Polarlichter am besten?
Rund um Mitternacht, etwa von 22 bis 2 Uhr Ortszeit, wenn sich die eigene Seite der Erde unter das Polarlichtoval dreht. In aktiven Nächten können sie schon kurz nach der Dämmerung beginnen.
Kann man im Sommer Polarlichter sehen?
Im hohen Norden nicht: von April bis September sinkt die Sonne in Longyearbyen nie 12° unter den Horizont, der Himmel bleibt zu hell.
Wo sieht man Polarlichter am besten?
Unter dem Polarlichtoval, zum Beispiel in Longyearbyen, Iqaluit und Nuuk. Weiter südlich, etwa in Oulu und Happy Valley-Goose Bay, braucht es eine aktive Nacht.
Kann man in Deutschland Polarlichter sehen?
Ja, aber nur bei hoher geomagnetischer Aktivität: Westerland braucht etwa Kp 6, Konstanz etwa Kp 9. Am besten von einem dunklen Ort fern der Stadtlichter nach Norden schauen.
Spielt das Wetter eine Rolle?
Ja, Wolken verdecken die Polarlichter. In der Polarlichtzone ist der Himmel im Januar im Schnitt nur etwa 22 % der Zeit klar, also besser mehrere Nächte einplanen.
So werden die Werte berechnet
Die Dunkelheit ergibt sich aus dem Sonnenstand am 15. jedes Monats (NOAA-Sonnengleichungen). Klarer Himmel ist 100 % minus der mittleren Bewölkung 1996–2025 (Copernicus ERA5 via Open-Meteo, CC BY 4.0). Die geomagnetische Breite nutzt den IGRF-14-Dipol für 2025, die Kp-Grenzen folgen dem Space Weather Prediction Center der NOAA. Es sind langjährige Bedingungen, keine Polarlicht-Vorhersage: Polarlicht-Vorhersage für heute Nacht bei NOAA SWPC.
Klimamittel 1996–2025, keine Vorhersage. Daten: Copernicus ERA5 / ERA5-Land via Open-Meteo.com (CC BY 4.0), NOAA OISST, WMO 1991–2020 (NOAA NCEI), GeoNames (CC BY 4.0). Quellen & Lizenzen